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3 Voraussetzungen für erfolgreichen Mobile-Commerce

Die Zeiten des digitalen Shoppings stellen Onlinehändler vor ganz neue Herausforderungen. In unserer vierteiligen Serie beleuchten wir verschiedene Lösungsstrategien für den erfolgreichen E-Commerce. Los geht es mit der Optimierung für den Mobile Commerce.

Online shoppen – immer häufiger mit dem Smartphone

Mit dem E-Commerce beschäftige ich mich nicht nur beruflich, auch als Konsument gehöre ich zu den Heavy Usern des Online-Handels. Ich genieße es, online zu shoppen – es bietet so viele Vorteile im Vergleich zum Kauf im stationären Handel. In den Geschäften vor Ort sind selten die gewünschten Produkte vorrätig und wenn ich Hilfe benötige, lässt sich kein Verkäufer blicken. Will ich dagegen in Ruhe stöbern, werde ich ständig angesprochen. Mit dieser Einstellung bin ich nicht allein. Befragungen[1] zeigen die große und zunehmende Beliebtheit des Online-Shopping über alle Konsumentengruppen hinweg. In puncto Kanalauswahl geht es mir wie dem Großteil der Konsumenten. Die meisten Käufe erfolgen mittlerweile über das Smartphone. Der optimierte Mobile Commerce ist die erste von drei zentralen Herausforderungen für Online-Händler, die ich hier vorstellen möchte:

  1. Mobile Shopping

Mittlerweile erfolgen rund zwei Drittel aller Online-Shoppingvorgänge in Deutschland über mobile Endgeräte wie das Smartphone oder Tablet. Das Handy befindet sich im Gegensatz zum PC immer in Reichweite des Kunden. Diese ständige Präsenz können und sollten Händler für sich nutzen. Das bedeutet auch, dass sie nicht einfach ihre Desktopwelt auf mobile Geräte übertragen. Stattdessen gilt es, die Chancen des Mobile Commerce konsequent zu nutzen und die gesamte Customer Journey an mobile Kanäle anzupassen. Das betrifft vor allem die Darstellung und Bezahlung. Zum Beispiel muss der Onlineshop responsive sein, sich also an das kleine Bildformat auf mobilen Endgeräten anpassen. Besonders eignet sich dazu auch eine eigene Shopping-App. Schließlich verbringen Nutzer deutlich mehr Zeit dort als im Browser – so zumindest das Ergebnis einer Zalando-Studie. Dazu sollten einfaches, schnelles Payment und Kauf auf Rechnung in jedem Angebot integriert sein.

  1. Social Shopping dank Influencern

Obwohl die Entwicklung deutlich langsamer abläuft als erwartet, sehe ich im aktivierenden oder begleiteten Einkaufen über die sozialen Plattformen wie Facebook oder Instagram viel Potenzial. Diese Kanäle werden insbesondere dazu genutzt, sich vor dem Einkauf über die Produkte zu informieren. Allerdings bringt das jeweils individuelle Herausforderungen mit sich, die jeder Händler beachten sollte. So gewinnt zum Beispiel das Influencer-Marketing stetig an Bedeutung. Was den Verkauf über Influencer attraktiv macht:

  • Auf Instagram erhalten Influencer künftig die Möglichkeit, bestimmte Produkte zu taggen („Shopping from Creators“).
  • Der Verkaufsprozess läuft danach innerhalb der Instagram-App ab.
  • Unternehmen können den Kauf bzw. Check-out ihrer Produkte direkt auf Instagram abwickeln.

Generell eignen sich soziale Medien ausgezeichnet dazu, die Anzahl der Touchpoints zu erhöhen und die eigene Marke aufzuladen. Positiv gerade für kleine und mittlere Händler ist außerdem, dass Shops auf die eigene App verzichten und stattdessen mit geringem Einsatz in sozialen Medien Präsenz zeigen können.

Facebook als Umsatztreiber

Fest steht: Wer Social Media nicht richtig bespielt, wird es in Zukunft extrem schwer haben. Bereits 90 Prozent der Onlineshop-Betreiber in Deutschland nutzen soziale Netzwerke, um ihre Reichweite zu erhöhen. Das gilt auch für Facebook. Unternehmen mit einer Facebook Business Page sollten einen Facebook Shop aufsetzen. Das ermöglicht es Nutzern, den Kauf direkt auf Facebook nahtlos abzuschließen. Idealerweise betreibt man eine Facebook-kompatible E-Commerce-Plattform (Shopify, BigCommerce), die sich mit dem Shop synchronisieren lässt. Alternativ können Kategorien und Produkte manuell angelegt werden.

  1. Wettbewerb aus Asien ernst nehmen

Über Jahre hinweg wurden asiatische E-Commerce-Player belächelt. Heute hat sich die Situation grundlegend geändert, viele Anbieter drängen erfolgreich auf den europäischen Markt. Und diese bieten längst nicht mehr nur „Billigware“ oder kopieren Look and Feel heimischer Player. Stattdessen handelt es sich um ernstzunehmende Unternehmen, die Trends verstehen, aufgreifen und aktiv mitgestalten. Sie beherrschen den Mobile Commerce und sind ausgesprochen kundenzentriert. Zudem verfügen sie über einen riesigen Heimatmarkt, der nicht nur Quelle vieler Waren ist, sondern auch für deutliche Skalenvorteile bei Beschaffung, Logistik, IT und so weiter sorgt. Europäische und amerikanische Händler müssen die nicht mehr ganz so neue Konkurrenz daher spätestens jetzt wirklich ernst nehmen. Welche Herausforderungen mit diesen Entwicklungen einhergehen, ist schon heute deutlich zu beobachten. Nun kommt es darauf an, die optimalen Strategien zu entwickeln. In den nächsten Beiträgen unserer E-Commerce-Reihe werde ich einige davon beleuchten.

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