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So leicht lässt sich mit erschwindelten Flugtickets Geld verdienen

Das Thema Betrug betrifft die gesamte Touristikbranche. Grund genug für den Deutschen Reiseveband (DRV), dieses Phänomen erstmals in den Mittelpunkt einer eigenen Veranstaltung zu rücken. Im Rahmen des DRV Fraud Prevention Day zeigten mein Kollege Özgür Ekici und ich den etwa 100 Gästen, wie leicht es Kriminelle mitunter haben.

So viel Polizei hat es bei einer Veranstaltung des DRV wohl selten gegeben. Gleich mehrere Beamte verschiedener Dienststellen nahmen am Fraud Prevention Day in Berlin teil. Betrug ist ein Thema, das alle interessiert, über das aber niemand so gern redet – darüber waren sich alle einig.

Neben unserem Vortrag beleuchteten weitere  Experten vor allem den Aspekt des Zahlungsbetrugs aus verschiedenen Blickwinkeln. Denn neben dem Elektrogeräte-Handel ist die Touristikbranche besonders stark von diesem Phänomen betroffen. Das bestätigte auch Dirk Zimmermann, der beim Kreditkarten-Anbieter American Express für die Aufdeckung von Cyber-Kriminalität zuständig ist. Schätzungen zufolge geht der Reisebranche durch Betrug ein Prozent des Umsatzes verloren. Hinzu kommen entgangene Umsätze von potenziellen Kunden, die abgelehnt wurden, weil bei ihnen die Systeme zu Unrecht eine betrügerische Absicht unterstellten.

Dass die entsprechenden Alarmmechanismen derart restriktiv eingestellt sind, liegt auch daran, dass die Hürden zum Betrug heutzutage nicht mehr sonderlich hoch sind. Es braucht nicht einmal eine besonders hohe kriminelle Energie oder gar die Hilfe des Darknets. Gemeinsam mit meinem Kollegen Özgür Ekici zeigten wir auf der Veranstaltung, wie einfach es inzwischen ist, binnen 30 Minuten zum Betrüger zu werden.

Die benötigten Schritte illustrierten wir live anhand eines fiktiven Flugkaufs. Am Ende hätte auf diese Weise für den kurzen Arbeitseinsatz ein Gewinn von ca. 850 Euro erzielt werden können – bei null Risiko, da keiner der Schritte nachverfolgt werden kann.

Also schwere Zeiten für Travel-Unternehmen angesichts Millionen potenzieller Betrüger? Das muss nicht sein. Schon die Implementierung der  gängigsten Sicherheitsmaßnahmen kann trickreiche Betrugsversuche abwehren. Denn die Betrüger gehen immer den leichtesten Weg. Im Grunde ist das wie mit Einbrechern: Die rütteln ein paar Mal an der Tür, und wenn sie merken, dass es zu schwierig ist, dann ziehen sie ein Haus weiter.

Betrug ist in der Touristikbranche ein relevantes Thema – das hat der Fraud Prevention Day klar gezeigt. Und er hat deutlich gemacht, dass es kompetente und erfahrene Partner braucht, die den Reiseunternehmen helfen können, die entscheidenden Sicherheitslücken zu schließen.


Quelle: Originalbeitrag von Tobias Pusch,
im fvw Fachmagazins für Touristik und Business Travel

 

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