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Flixtrain stellt die Mobility-Branche auf den Kopf

Zentrales Zahlungsmanagement als Schlüssel zum Erfolg

Es ist eigentlich keine Überraschung, dass Flixbus nun auf die Schiene geht, vor allem weil das Unternehmen diesen Schritt bereits Anfang letzten Jahres angekündigt hat. Dennoch schlägt das Vorhaben in den letzten Tagen hohe mediale Wellen. Denn schon einmal hat Flixbus gezeigt, dass aggressives Marketing, günstige Preise und ein für die Zielgruppe genau zugeschnittenes Angebot nachhaltig eine gesamte Branche neuordnen können.

Natürlich ist der Erfolg noch nicht absehbar. Die Chancen stehen meiner Meinung nach aber mehr als gut, denn das Konzept ist stimmig: Die Buchung der Tickets und Bezahlung per App ist einfach, die Preise sind günstig und die Kundschaft ist jung – das ist eine ideale Kombination.

Mit dem Flixtrain plant das eigentlich noch junge Unternehmen, die Städte Hamburg und Köln ab dem 24. März zu verbinden. Ab April soll dann ein Flixtrain zwischen Berlin und Stuttgart über Hannover und Frankfurt fahren. In der Startphase, für die schon mehr als 100.000 Tickets gekauft wurden, sollen 28 Ziele in fünf Bundesländern angesteuert werden.

Die Konkurrenz ist also spätestens jetzt gewarnt. Dabei bewegt das Start-Up aus München schon seit fünf Jahren die Mobility-Branche. Zunächst rollten die grünen Reisebusse durch das Land und jagten der Konkurrenz die Kunden ab. Der Grund für die Entscheidung vor allem junger Leute für den Flixbus sind die vergleichsweise niedrigen Preise. Bereits 40 Millionen Menschen haben das Angebot genutzt. Der Marktanteil bei Fernbussen liegt beim Flixbus-Unternehmen bei sagenhaften 90 Prozent – Tendenz steigend.

Aber wie schafft es ein erst vor fünf Jahren gegründetes Start-Up die Reisebranche in Deutschland so aufzumischen? Das Erfolgsgeheimnis ist neben der Preisgestaltung die Einfachheit der Buchung und Bezahlung. Sowohl über die Internetseite als auch über die App dauert der Buchungsprozess noch nicht mal ansatzweise so lang wie bei anderen Anbietern, bei denen viele persönliche Daten und Informationen eingeben werden müssen.

Zudem ist die Bezahlmethode unabhängig vom Ticketformat. Bei anderen Anbietern können nur eingeschränkte Zahlungsmethoden ausgewählt werden, wenn man ein gedrucktes Ticket haben möchte. Flixbus bietet für gedruckte und digitale Tickets dieselbe Auswahl an Zahlmethoden an. Dass Kunden dabei immer über die App bezahlen können, versteht sich von selbst.

Die einfachen Bezahlmethoden, die niedrigen Preise und das moderne Look and Feel von Flixbus locken vor allem junge Kunden an. Und das wird auch beim Flixtrain so sein. Denn bei der Preisgestaltung macht das Unternehmen keinen Unterschied zwischen Straße oder Schiene. Wer früh bucht, bekommt sein Bahnticket für Langstrecken schon ab 9,99 Euro. Der Preis staffelt sich nach Buchungszeitraum, allerdings sind die Preissprünge nicht ansatzweise so hoch wie bei anderen Anbietern. Dass ein Bahnticket über 100 Euro kosten wird, schließt das Unternehmen aus – zumindest heute noch.

Ob die Preise wirklich dauerhaft niedrig bleiben, wird sich zeigen. Fakt ist aber, dass Flixbus und auch Flixtrain auf ein zentrales Zahlungsmanagement setzen – und das ist meiner Meinung nach einer der Schlüssel zum Erfolg. Die Kunden wollen nicht nur bequem von A nach B kommen, sondern auch so einfach wie möglich bezahlen. Deshalb sollten Unternehmen unabhängig vom Kanal die gleichen Zahlungsmethoden und darüber hinaus die Möglichkeit anbieten, die Zahldaten zu hinterlegen, um die Buchungen unkompliziert vornehmen zu können.

Das Flixbus-Unternehmen mit seiner Tochtergesellschaft Flixtrain hat also die Grundvoraussetzungen geschaffen, um die Zukunft der Mobilitätsbranche in Deutschland maßgeblich zu beeinflussen. Sollte das Unternehmen das Wachstum und die Preisgestaltung auch im Schienenverkehr halten können, wird sich auch die Art des Reisens grundlegend verändern – zur Freude der Reisenden und zum Ärger der Konkurrenz.

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