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Financial Solutions
12 Feb 2018

Für Versicherer gilt: keine Angst vor der EU-DSGVO

Größerer Spielraum für neue Prozesse durch klare Regelungen der EU-DSGVO

Die schlechte Nachricht zuerst: Bis spätestens 25. Mai 2018 müssen Sie als Versicherungsunternehmen Ihre Kunden auch bei Auskunfteianfragen auf die Datenübermittlung hinweisen und zwar schon im Antragsprozess umfangreicher als bisher. Wir empfehlen ein einseitiges Informationsmerkblatt oder – bei digitaler Antragsabwicklung – eine entsprechende Verlinkung auf die Informationen. Das Gleiche gilt auch bei der Nutzung des Hinweis- und Informationssystems für die Versicherungswirtschaft (HIS).

Die EU-DSGVO führt also zu einer deutlichen Ausweitung der Informationspflichten für Versicherer. Mit unseren zuständigen Tochterunternehmen haben wir dafür sowohl für die Nutzung der Bonitätsdaten als auch des HIS gemeinsam mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft entsprechende Unterlagen entwickelt. Sprechen Sie uns dazu an, damit Sie rechtzeitig gerüstet sind.

Alles in allem hat die  EU-Datenschutzgrundverordnung aber nicht so gravierende Auswirkungen wie landläufig angenommen wird. Es gibt keinen Grund, sie zu verteufeln. Natürlich bedeuten die zusätzlichen Informationspflichten für Versicherer erst einmal einen großen Aufwand. Rein rechtlich führt die EU-DSGVO aber nicht dazu, dass bestimmte Prozesse nicht mehr möglich sind. Das heißt, Leistungen rund um Bonitätsprüfungen, Scoring und auch der Einsatz des HIS sind weiterhin möglich. Die Datenschutzgrundverordnung schränkt sie auch nicht ein.

Größerer Spielraum für neue Prozesse durch klare Regelungen der EU-DSGVO

Kurz gesagt bleiben die rechtlichen Rahmenbedingungen bei Bonitätsprüfung und Einmeldung nahezu identisch. Auch bislang musste dafür entweder ein berechtigtes Interesse und die Interessenabwägung oder eine Einwilligung vorliegen. Daran ändert sich nichts, auch wenn das neue BDSG keine eigene Vorschrift mehr enthält, die die Zusam­menarbeit mit Auskunfteien explizit regelt. Auch zum Thema Scoring enthält die neue EU-DSGVO Regelungen, die wiederum dem alten BDSG weitestgehend entsprechen. Daher bleibt das Scoring erlaubt, wenn es für den Abschluss oder die Erfüllung eines Vertrags erforderlich ist.

Ein Vorteil nach Einführung der DSGVO könnte in der Vereinheitlichung der datenschutzrechtlichen Regelungen im gesamten europäischen Raum liegen. Nach genauer Analyse HIS-ähnlicher Systeme in Europa wissen wir, dass in vielen Ländern deutlich mehr und deutlich umfangreichere Daten gespeichert werden dürfen. Diese stehen den Versicherungen anschließend für zahlreiche Anwendungsszenarien zur Verfügung. Nach Inkrafttreten der DSGVO könnte somit die Möglichkeit bestehen, diese Regularien auch in Deutschland zur Anwendung kommen zu lassen.

Durch die klaren Regelungen, die die EU-DSGVO einheitlich für alle Unternehmen in Europa schafft, herrscht künftig für Versicherer in Deutschland mehr Klarheit und in einigen Fällen sogar ein größerer Spielraum für neue Prozesse.

Lesen Sie in unserem White Paper, was Sie über die EU-DSGVO wissen müssen.

Björn Hinrichs

Branchenleiter Versicherungen im Geschäftsbereich Risk Management von Arvato Financial Solutions

 

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