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Glamour Shopping Week 2020

Es ist wieder an der Zeit, einen Blick auf die Glamour Shopping Week zu werfen und Einblicke in diese jährliche Sonderaktion zu geben. Gerade in diesem Jahr ist das wohl wichtiger denn je. Mitten im Corona-Virus ist die Ausgangslage für diese Sonderaktion eine völlig neue und bisher unbekannte für Händler als auch für uns als Partner und Dienstleister.

Das I-Tüpfelchen des E-Commerce

Die letzte Sommer Glamour Shopping Week in 2019 befeuerte den E-Commerce Markt und Händler erzielten Rekordumsätze durch eine verdreifachte Anzahl an Bestellungen zwischen dem 06. Und 14. April. Dadurch stieg der Umsatz bei einigen Händlern in den neun Tagen um mehr als 100%. Nach der Sommer Glamour Shopping Week im April und der Herbstvariante im Oktober, die zusätzlich für Umsatz sorgte, ließ der Black Friday und die Cyber Week um Weihnachten herum die Umsatz-, Kunden-, und Bestellzahlen weiter ansteigen. 2019 war ein absolut erfolgreiches Jahr für den Onlinehandel und ich denke die These ist bestätigt, dass saisonale Sonderaktionen das I-Tüpfelchen eines erfolgreichen Onlinehandel sind.

Die Ausgangssituation

Natürlich ist die diesjährige Ausgangslage für die Shopping Week der vergangenen Woche eine veränderte, gar eine ganz neue. Daher betrachten wir die Sonderaktion als Partner des E-Commerce auch entsprechend anders, ob der aktuellen Umstände: Denn der Onlinehandel stagnierte zwischen Januar und März und brachte es insgesamt auf ein kleines Plus von 1,5 % im Vergleich zu Q1 2019. Die Kunden kauften im Onlinehandel zwischen Januar und März 2020 Waren für 16.482 Mio. EUR inkl. USt ein. Im ersten Quartal 2020 lag das Wachstum in der Kategorie Lebensmittel bei 28,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erwirtschaftete einen Online-Umsatz von 361 Mio. Die Kategorien Lebensmittel, Drogeriewaren, Medikamente und Do-it-yourself- beziehungsweise Baumarkt-Sortimente erleben erhöhte Bestellzahlen zwischen Januar und März 2020 – Kategorien, die nur teilweise beteiligte Shops bei der Glamour Shopping Week bedient haben. Die eigentlichen Hauptakteure der Shopping Week, Shops für Fashion und Beauty Produkte, starten die Aktion aus einem Tief von bis zu 35% weniger Umsatz im März als in den Monaten zuvor. Unterhaltungselektronik zeigte ein Minus von 20,9 Prozent, Computer und Zubehör verzeichnete trotz der Ausgaben für Homeoffice-Lösungen einen Rückgang um 22,7 Prozent.[1]

Stabile Zahlen in Krisenzeiten

Die Sonderaktion in Krisenzeiten half dem E-Commerce aus den niedrigen Zahlen – klar ist an die Zahlen des Vorjahrs ist nicht ran zu kommen, doch im Vergleich zum Vorjahr kann man heute von Stabilisierung sprechen.

Der normale Durchschnittswert an Bestellungen pro Tag liegt nach unseren Einblicken[2] bei 15.578 Bestellungen – an ganz normalen Tagen. In der Glamour Shopping Week im April 2019 stieg die Zahl um 8.058 Bestellungen auf 23.636 pro Tag. In 2020 waren es 21.847 Bestellungen und somit 7,56% weniger. Normalerweise würden wir bei fast 8% Reduktion von einem eher negativen Ausgang sprechen, doch in Anbetracht der Ausgangssituation sind die 21.847 Bestellungen als gute Grundlage für weitere Sonderaktionen zu sehen. Doch die Bestellanzahl alleine ist nicht relevant. Wichtig ist, was die Menschen derzeit ausgeben. Denn an einem normalen Tag liegt der durchschnittliche Warenkorb bei 189 Euro. In der Shooping Week 2019 stieg der Wert auf 219 Euro. Ein Plus von 15,87% und somit ein absoluter Erfolg. 2020 entgegen liegt der Wert bei 188 Euro – 14,15% unter dem Wert 2019 und ein Euro unter dem Warenkorb eines normalen Tages. Das bedeutet:

Die Glamour Shopping Week 2020 erreicht gerade so die Warenkorbhöhen eines normalen Kauftages. Und dennoch ist der Gesamtumsatz pro Tag als Erfolg zu sehen. Hier helfen die Bestellmengen pro Tag den Umsatz 2020 auf über 4 Millionen Euro zu setzen. Das sind immer noch 20% weniger als in der Sonderaktion 2019 aber auch fast doppelt so viel wie an einem normalen Kauftag.

Home Office und Social Distance – die Mittagspause wird zum Shoppen genutzt

Der Abend ist die beliebteste Zeit in DACH, um online zu shoppen. An einem normalen Kauftag und in der Glamour Shopping Week 2019 werden 37% der Einkäufe am Abend getätigt. In 2020 sinkt die Zahl nur leicht auf 34%. Auf Platz zwei folgt in allen Jahren der Nachmittag mit 23%. Gefolgt von Platz drei dem Vormittag (17%). Ein kleines Hoch erlebt die Mittagspause von knapp 16% auf 18% in 2020.

Nicht zu schlagen: Die offene Rechnung

Bei der Wahl der Zahlmethoden sind nur zwei Faktoren wirklich relevant. Wie jedes Jahr und ganz egal ob Sonderaktion oder nicht – die offene Rechnung ist der „All-Time-Favourite“. 2019 bezahlten rund 76% der Käufer mit offene Rechnung in 2020 sinkt die Zahl zwar auf 72% belegt aber weiterhin Platz 1 der beliebtesten Zahlarten. Der leichte Verlust der Kauf auf Rechnung ist aber bei einer anderen Zahlart, die nicht nur in der Sonderaktion an Beliebtheit gewinnt zu sehen: E-Payment steigt von 15% auf 18% und landet damit auf Platz 2. Gefolgt von Kreditkarte und Sofortkasse.

Was zeigen uns diese Zahlen?

Wir sehen, dass Sonderaktionen besonders in diesen Monaten hilfreich sind. Auch wenn diese nicht mit Aktionen der Vorjahre zu vergleichen sind, helfen sie nach dem Tief der ersten Wochen den E-Commerce wieder auf eine gute Grundlage zu stemmen und eine stabile Ausgangssituation für die Zeit nach der Pandemie zu erschaffen. Dem E-Commerce ist zu raten, Kunden weiterhin mit vorgezogene Spring und Summer Sales und Rabattaktionen an sich zu binden. Dabei bin ich gespannt, wie sich im Herbst und Winter der Cyber Monday, Black Friday und die Cyber Week auf die Stabilisierung des E-Commerce Geschäftes weiter auswirken werden. Mit der Glamour Shopping Week wurde schon ein wichtiger Schritt getan.

[1] Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh)

[2] Betrachtungswert ausgewählter Top E-Commerce Unternehmen 2019 & 2020

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