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Financial Solutions
18 Mai 2018

Innovative Zahlarten braucht das Land – und zwar jedes Land

Ob Schweden oder Deutschland, am Kauf auf Rechnung führt im Online-Handel kein Weg vorbei

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber immer, wenn ich in den skandinavischen Ländern unterwegs bin, denke ich, dass wir Deutschen der Zeit ein bisschen hinterherlaufen. Über den Geschmack von Mode und Einrichtungsgegenständen lässt sich bekanntlich streiten, aber nicht nur hier finde ich beispielsweise die Schweden innovativer als uns. Einen W-LAN-Hotspot habe ich schon im Zug vom Flughafen in die Innenstadt von Stockholm, auch beim Bezahlen sind andere Länder schon lange weiter.

Bestes Beispiel dafür ist eine Geschichte, die ich in meinem Urlaub in Dänemark erlebt habe: Als ich in Kopenhagen mein Park-Ticket begleichen wollte, wurde ich informiert, dass ich nur mit Kredit- oder Girokarte bezahlen kann – und dieser Hinweis stand da nicht etwa auf Englisch, sondern ausschließlich in meiner Landessprache. Haben wir Deutschen in der Welt wirklich den Ruf, im Alltag alles und immer mit Bargeld bezahlen zu wollen?

Diese Anekdote, über die meine internationalen Kollegen natürlich herzlich lachten, als ich sie vor einem Meeting im Büro erzählt habe, zeigt deutlich die nationalen Unterschiede beim Bezahlen. Während in den skandinavischen kaum noch Bargeld zum Einsatz kommt, haben viele der Deutschen noch immer keine Kreditkarte. Das macht sich auch beim Online-Shopping bemerkbar: Laut einer aktuellen EHI-Studie bleibt der Rechnungskauf weiterhin die beliebteste und umsatzstärkste Zahlungsmethode im E-Commerce, die Kreditkarte als Bezahlart verlor im Vergleich zum Vorjahr sogar noch weiter an Umsatzanteilen – eine Entwicklung, die in anderen Regionen Europas nahezu undenkbar ist.

Die bevorzugten Zahlmethoden unterscheiden sich von Land zu Land, das hat auch vergangenes Jahr unser Arvato Payments Review gezeigt. Einerseits hat das natürlich mit dem Grad der Digitalisierung zu tun, andererseits entscheiden aber wohl auch kulturelle Unterschiede über die Präferenzen. Und dann wären da natürlich noch die Branchen, die Hand in Hand mit einer Zahlart gehen. Nehmen wir zum Beispiel die Modeindustrie, die traditionell mit hohen Retouren leben muss. Weil sich Kunden ein T-Shirt oder eine Hose gleich in mehreren Größen und Farben bestellen, liegt der Anteil für den Kauf auf Rechnung hier nicht selten bei weit mehr als 80 Prozent. Die Käufer wissen schon vorher, dass sie den Großteil ihrer Bestellung nicht behalten werden, warum sollten sie die Ware dann schon bezahlen?

Mit diesen Gegebenheiten müssen Online-Händler leben, und zwar in jedem Land, ganz egal, wie innovativ sie sind. Es kommt zwar nicht von ungefähr, dass beim Global Innovation Ranking im vergangenen Jahr mit Schweden (Platz 2), Dänemark (Platz 6) und Finnland (Platz 9) gleich drei skandinavische Länder in den Top Ten lagen; zu behaupten, dass Online-Händler aus diesen oder anderen hochentwickelten Ländern deshalb an den vermeintlich altbacken wirkenden Zahlungsarten wie dem Kauf auf Rechnung vorbeikommen, wäre aber ein großer Fehler. Laut Statistiken bricht nämlich etwa jeder dritte Kunde seinen Bestellvorgang ab, wenn seine präferierte Zahlart nicht angeboten wird, so dass es generell immer ratsam ist, alle gängigen Bezahlmethoden im Checkout zu haben.

Meiner Meinung nach müssen sich Innovation und der Rechnungskauf ohnehin nicht ausschließen – ganz im Gegenteil: Von dem Bild, dass eine Rechnung in Papierform im Briefkasten oder im Paket liegt, haben sich die Kunden schon lange verabschiedet. Im Zeitalter der Digitalisierung erwarten sie naturgemäß, dass sie ihre Rechnungen per E-Mail erhalten, die Ware an- oder ausprobieren können und erst danach entscheiden müssen, wann und wie sie bezahlen, bestenfalls in ihrem Kundenkonto mit nur wenigen Klicks.

Mit unserer Pay-after-Delivery-Lösung AfterPay bieten wir genau diese gewünschte Flexibilität. Die Kunden können ihre Produkte nicht nur auf Rechnung und per Lastschrift bezahlen, sondern diese Rechnungen auch pausieren oder in flexible Ratenmodelle aufteilen. Im Kundenportal MyAfterPay haben sie jederzeit alle Einkäufe, aber auch alle Zahlungen im Blick, können diese jederzeit anpassen und haben damit wirklich alles voll im Griff.

Das freut einerseits die Verbraucher, langfristig aber auch die Unternehmen: Flexibilität in der Bezahlung sorgt für Zufriedenheit beim Kunden, zufriedene Kunden kommen wieder und kaufen mehr – so einfach lautet die Zauberformel von innovativen Zahlarten wie AfterPay. Wir kümmern uns nicht nur um die Bedürfnisse der Endkunden, sondern gleichermaßen um die der Händler, die mit der Pay-after-Delivery-Lösung von Arvato Financial Solutions einen nachhaltigen Markenwert schaffen können.

Das wissen übrigens auch die Online-Händler in den skandinavischen Ländern, die in manchen Dingen auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen weiter sind als wir, im E-Commerce aber auch nicht am Kauf auf Rechnung vorbeikommen.

Wenn Sie Fragen haben oder mehr über unsere Pay-after-Delivery-Lösung erfahren möchten, wenden Sie sich gerne jederzeit per E-Mail an mich.

Sebastian Kespohl

Managing Director | AfterPay Germany

 

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