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Hoarding-Bots behindern den Absatz von Topsellern

472 Euro – so viel gab jeder Deutsche laut einer Studie des ifses-Instituts der FOM-Hochschule im vergangenen Jahr für Weihnachtsgeschenke aus – und das immer häufiger online. Zahlen des Handelsverbands Deutschland (HDE) belegen: Der Gesamtumsatz der E-Commerce-Branche während des Weihnachtsgeschäfts steigt kontinuierlich. Lag der Umsatz im Jahr 2005 noch bei 1,6 Milliarden Euro, waren es 2018 bereits 57,3 Milliarden Euro. In diesem Jahr soll der Weihnachtsumsatz aus dem Onlinegeschäft laut Prognose im Vergleich zum Vorjahr um rund eine halbe Milliarden Euro steigen. Dieses Potenzial rund um Weihnachten ruft meiner Erfahrung nach jedoch auch vermehrt Betrüger auf den Plan.

Ausverkauft oder nichts verkauft?

Generell müssen sich Onlinehändler aufgrund der stark zunehmenden Transaktionen intensiv auf diese Jahreszeit vorbereiten. Sie müssen die nötigen Serverkapazitäten bereitstellen, um die gestiegenen Transaktionen abzuwickeln, mehr Personal einteilen, um Produkte zu versenden und ausreichend Artikel auf Lager haben. Gleichzeitig müssen sie darauf Acht geben, dass sie Betrügern nicht auf den Leim gehen. Hierbei gibt es nicht nur solche, die versuchen, sich ein Produkt zu erschleichen. Sondern auch solche, die auf Sabotage oder die künstliche Erhöhung von Marktpreisen aus sind. Folglich sollten Onlinehändler schadhafte Bots im Auge behalten, die sie in Bredouille bringen können – zum Beispiel durch das sogenannte Inventory Hoarding. Dabei legen Bots bestimmte Artikel von Onlinehändlern in hohen Stückzahlen in den Warenkorb und „horten“ diese, ohne je den Einkauf abzuschließen. Da viele Onlinehändler Produkte automatisch aus dem Bestand nehmen, wenn diese im Warenkorb liegen, werden sie für andere Verbraucher als nicht mehr verfügbar angezeigt. Hintergrund dessen ist eigentlich, die Artikel für interessierte Kunden zu reservieren.

Imageschäden frühzeitig entgegenwirken

In den meisten Fällen werden Artikel von der Software bis zu 15 Minuten blockiert, bevor sie wieder für den Verkauf freigegeben werden. Die bösartig programmierten Bots legen diese Artikel jedoch direkt wieder zurück in den Warenkorb, wenn sie daraus verschwinden. So kann es sein, dass hochpreisige oder begehrte Artikel über einen längeren Zeitraum als „ausverkauft“ angezeigt werden, obwohl sie es eigentlich gar nicht sind. Die Folgen solcher Bot-Attacken sind immens: Zum einen sinkt die Conversion Rate, da Verbraucher das von ihnen gewünschte Produkt nicht erwerben können. Das wiederum führt zu Umsatzeinbußen. Zum anderen werden Kunden unzufrieden, wenn online Produkte nicht verfügbar sind oder es zu Ausfallzeiten kommt. Dies kann zu bleibenden Imageschäden für den Onlineshop führen und dazu, dass Kunden langfristig zur Konkurrenz abwandern.

Mit Behavioral Biometrics Hoarding Bots in Echtzeit abwehren

Um sich vor solchen Bots zu schützen, eignen sich Behavioral Biometrics. Die Technologie analysiert im Hintergrund hunderte von Parametern, bestehend aus menschlichen Interaktionen mit Geräten, Geräteattributen und Kontoaktivitäten. Anhand eines Trust Scores, der auf diesem Online-Verhalten beruht und in Echtzeit erstellt wird, unterscheidet Behavioral Biometrics legitime Nutzer von Betrügern und nicht-menschlichen Aktivitäten. Selbst raffinierte Betrugsversuche, die traditionelle Betrugspräventionstools umgehen können, werden so identifiziert. Ein Beispiel: Verbraucher brauchen meist mehr als nur ein paar Sekunden, um sich für ein Produkt zu entscheiden – vor allem wenn es sich um eine höherpreisige Anschaffung handelt. Sie vergleichen verschiedene Merkmale und schauen sich beispielsweise unterschiedliche Farbvarianten an. Zusätzlich legen sie auch selten ein- und denselben Artikel in größeren Mengen in den Einkaufswagen – sondern nur in üblichen Haushaltsmengen. Was zwar durchaus vorkommen kann, sind Verbraucher, die Waren in den Einkaufswagen legen, um diese zu reservieren und zu vergleichen. Im Gegensatz zu Bots machen Verbraucher dies aber nur wenige Male und mit moderaten Mengen. Mit Behavioral Biometrics können Onlinehändler also in Echtzeit Bots identifizieren und werden so zukünftig von diesen nicht mehr um ihre Umsätze im Weihnachtsgeschäft gebracht.

 

 

 

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