X

Subscribe to recent blog articles via E-MAIL.

link

BLOG
Financial Solutions
02 Jul 2018

Payment Service Provider als notwendiger Partner – aber welcher ist der richtige?

Komplexe Lizensierung: PCI-Standard zwingt Online-Händler praktisch zur Zusammenarbeit mit einem PSP

Die Wahl des richtigen Zahlungsdienstleisters ist ein Thema, über das ich stundenlang mit meinen Kollegen und unseren Kunden sprechen kann. Vergangene Woche habe ich in meinem Blog-Beitrag bereits aufgezeigt, warum es je nach Branche sinnvoll sein kann, dabei auf einen Payment Service Provider zu setzen, der die Abwicklung einer bestimmten Zahlart zu günstigen Konditionen anbietet, heute will ich Ihnen erklären, warum fast alle Online-Händler erst gar nicht an einem PSP vorbeikommen. Der Grund: Unabhängig vom Land und von der Branche setzen immer mehr Kunden auf die Zahlung mit Kreditkarte – und das stellt jedes Unternehmen vor Herausforderungen.

Der Ursprung liegt im sogenannten Payment Card Industry (PCI) Security Standard, der von den großen Kreditkartenorganisationen eingeführt wurde, um die Datensicherheit von Kreditkartendaten zu gewährleisten. Um diese Zertifizierung zu erhalten, müssen Händler komplexe Anforderungen erfüllen, die ein hohes technisches Wissen voraussetzen. Dass selbst viele Online-Riesen keine eigene PCI-Zertifizierung haben und auf einen PSP zur Abwicklung setzen, verdeutlicht die Komplexität dahinter.

Trotz einer Zusammenarbeit mit einem Payment Service Provider dürfen Händler keine Kartendaten speichern, verarbeiten oder übermitteln; von den Kreditkartenorganisationen sind sie aber dennoch dazu verpflichtet, die Konformität mit dem PCI-Standard nachzuweisen. Diese Aufgabe wird dem Unternehmen vom PSP genauso abgenommen wie die Kommunikation mit einem Acquirer, mit dem Händler einen Vertrag eingehen müssen, wenn sie im ihren Online-Shop auch Kreditzahlungen anbieten wollen. Der Hintergrund: Online-Händler sind dazu verpflichtet, die Zahlungen über eine Händlerbank für Kreditkarten abrechnen zu lassen.

Einige mögen sich fragen, wie der Acquirer zu seinem Namen kommt, die Erklärung ist ganz simpel: Diese Händlerbank übernimmt nämlich nicht nur die Abrechnung der Transaktionen zwischen den Händlern und den Banken, sondern zusätzlich auch die Akquise von neuen Vertragspartnern, die sich bereit erklären, die Kreditkartenverträge nach PCI-Standard zu akzeptieren. Das ist einerseits im Sinne des Kunden, und damit andererseits auch von Vorteil für die Händler, die von dem starken Netzwerk profitieren.

Genau aus diesem Grund macht es für Händler übrigens auch Sinn, auf einen PSP zu setzen, der eine hohe Expertise auf den Märkten hat, auf denen das Produkt überwiegend vertrieben wird. Wer sich für einen internationalen Dienstleister als Abwickler für Kartengeschäfte entscheidet, muss im schlimmsten Fall mit niedrigen Akzeptanzquoten auf dem Kernmarkt leben. Die Frage nach dem richtigen PSP kann also mit der Frage einhergehen, welche Vertriebsstrategie ein Unternehmen fahren will: Wird das Produkt hauptsächlich auf dem Heimatvermarkt angeboten oder soll es mittel- oder langfristig international vertrieben werden?

Für mich sind diese Fragen bei einem Gespräch mit Kunden jedes Mal aufs Neue spannend, für mein Gegenüber entscheiden sie oft über den Erfolg oder den Misserfolg des ganzen Unternehmens. Was nützt einem Online-Händler ein PSP, der eine hohe Expertise auf dem Kernmarkt hat, dafür aber keine wiederkehrenden Zahlungen abwickeln kann, die für das Unternehmen vielleicht essentiell sind? Wie groß wird der Verzweiflung eines Händlers sein, wenn er die beste Omnichannel-Lösung hat, aber einen Vertrag mit einem PSP eingegangen ist, der die gängigen  Zahlungsmittel im stationären Handel und im Online-Shop nicht mit derselben Payment-Software erfassen, durchführen und überwachen kann?

Ich könnte eine ganze Abhandlung über das Thema Zahlungsdienstleister schreiben, kurz gefasst gebe ich unseren Kunden aber immer Folgendes mit auf den Weg: Als Online-Händler, der alle gängigen Zahlarten im Checkout hat, kommen Sie an der Zusammenarbeit mit einem PSP nicht vorbei, bei der Wahl des Partners sollten Sie aber vorausschauend denken. Was ist die präferierte Zahlart Ihrer Kunden? Welche Anforderungen bringt Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung mit? Wie ist die strategische Ausrichtung Ihres Unternehmens?

Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, was Online-Händler bei der Wahl eines Zahlungsdienstleisters beachten müssen, empfehle ich Ihnen unseren neuen Business Insights Report. Sichern Sie sich sechs Tipps, die Ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen, und erfahren Sie von Branchen-Experten, was bei der Wahl eines Payment-Partners ausschlaggebend ist.

Jan Kalle Wulf

Head of Product Management AfterPay DACH | Arvato Financial Solutions

Post a comment or send a feedback

Your email address will never be disclosed . Required fields are marked.