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Financial Solutions
08 Dez 2017

Wie radikal ist die PSD2 wirklich?

Eines ist sicher: Für After-pay-Delivery-Lösungen ist die Verordnung ein Segen

Im Zuge der neuen Zahlungsdienstrichtlinie (PSD2), die im neuen Jahr in Kraft treten wird, wurde bereits viel darüber gesprochen, dass Banken nervös werden – aus gutem Grund. Sie werden gezwungen, die Daten ihrer Kunden mit anderen Playern zu teilen, die künftig versuchen, mit ihnen um Finanzprodukte und -dienstleistungen zu konkurrieren.

Dazu gehören Kontoinformationsdienstleister und Anbieter von Zahlungsauslösediensten, die potenziell der erste Anlaufpunkt für Kunden werden könnten, wodurch Banken zu reinen Kontoprovidern verkommen.

Aber hierauf möchte ich gar nicht näher eingehen. Die Banken werden zwar nicht länger das Monopol auf ihre Kundendaten halten, aber sie sind nicht vollkommen isoliert und werden zweifellos nach Möglichkeiten suchen, diesen Zugang durch neue Produkte und Dienstleistungen zu monetarisieren.

Zudem haben sie die Zeit auf ihrer Seite. Mit Blick auf die ‚Access to Account‘-Regel muss Drittdienstleistern über eine API zwar Zugriff auf Konten gewährt werden, sofern die Kontoinhaber zustimmen. Bis es eine europaweite API gibt, bleibt der Zugang allerdings fragmentiert. Es wird also einige Jahre dauern, bis man sehen kann, wie weitrechend die Folgen sind.

Wir von Arvato sind selbst in dieser Situation. Ein umfassender Überblick zu den Ausgaben und Zahlungsvorgängen der Kunden würde Kreditentscheidungen unterstützen und uns zum Beispiel ein klares Bild darüber geben, was der Verbraucher am Ende des Tages bezahlen kann. Wie das in der Praxis aussehen wird, ist aber weiter unklar.

Auch wenn die technischen Hürden vorerst ausgeblendet werden müssen, gibt es schon einige Hinweise darauf, wie wir Zahlungsdienstleister und Händler beim Checkout unterstützen können.

Mit der Interchange-Verordnung wurden vor ein paar Jahren die für Kunden leidigen Bearbeitungsgebühren für Kartenzahlungen eingeführt. Das ermutigte Zahlungsanbieter, alternative Zahlungsmethoden wie Pay-after-Delivery-Lösungen zu pushen, um anderweitig Geld zu verdienen. Die PSD2 wird den Zahlungsmix von Zahlungsauslösediensten wahrscheinlich erneut verändern, besonders mobile Wallets und der Kauf auf Rechnung wird attraktiv für Händler, die günstigere Alternativen zu der Bezahlung mit Karten suchen.

Warum zeigt zum Beispiel ein Blick nach Deutschland, wo der Rechnungskauf bei Verbrauchern sehr beliebt ist. Weil Zahlungen hierzulande bis zu acht Wochen nach der Abrechnung storniert oder zurückgefordert werden können, sind Händler einem Kredit- oder Betrugsrisiko ausgesetzt. Zahlungsauslösedienste schaffen dieses Risiko aus der Welt, indem sie die Autorisierung direkt von den Verbrauchern erhalten und sich ihr Geld schneller in Echtzeit sichern.

Das ist alles schön und gut, aber da Zahlungsdienstleister für Online-Einkäufe jetzt die Zwei-Faktor-Authentifizierung (bspw. PIN-Nummer und Fingerabdruck) einführen müssen, wird unsere Pay-After-Delivery-Lösung AfterPay noch interessanter. Es erleichtert den Händlern nicht nur die Verwaltung ihrer Kosten, sondern macht auch den Checkout-Prozess bequemer, da die Kunden später bezahlen können.

Marc_Pittig_Managing_Director_ArvatoMarc Pittig

– Managing Director –

Arvato Payment Solutions GmbH

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